Von der Heilpflanze
zum ganzheitlichen Arzneimittel.

Weil Heilpflanzen reaktionsfähige, lebende Organismen sind, ist deren Verarbeitung zu Arzneimitteln nicht nur eine Frage der Methode und Technik, sondern auch der Beziehung des Menschen zur Pflanze. Eine respektvolle Haltung, ein angemessener Arbeitsrhythmus und das Gewähren von Zeit sind in unseren Augen ebenso wichtig wie die Herstellmethode, um das Potential von Heilpflanzen möglichst umfassend entfalten zu können. 


 

Die Herstellung von Arzneimitteln aus Pflanzen hat eine lange Tradition. Während in früheren Zeiten das pflanzliche Wirkprinzip vor allem als unstoffliches Arkanum gesehen wurde, hat sich – geprägt durch die Naturwissenschaft – im Laufe des letzten Jahrhunderts eine zunehmend stoffliche Betrachtung entwickelt. Dementsprechend sind moderne Herstellmethoden vor allem auf die Optimierung der stofflichen Wirkprinzipien ausgerichtet. Es wäre nicht angemessen, die beiden Sichtweisen gegeneinander auszuspielen. Beide haben ihre Berechtigung, doch beide sind – wenn sie den Anspruch auf Ausschliesslichkeit erheben – unvollständig. Ceres ist bestrebt, durch ihre Herstellmethode beide Sichtweisen, beide Wirkprinzipien, sowohl die stofflichen als auch die unstofflichen, zu integrieren.

Respekt gegenüber dem Lebewesen Heilpflanze – Respekt gegenüber den Erkenntnissen der Wissenschaft
Die Mitarbeitenden von Ceres und der Anbaubetriebe bemühen sich, ihre Arbeiten in einer respektvollen und dankbaren Haltung gegenüber der Natur und dem Lebewesen Pflanze zu verrichten und lassen sich inspirieren von den oft noch unentdeckten Geheimnissen der Heilpflanzen. Wir respektieren aber auch die modernen Erkenntnisse, die wir der Wissenschaft zu verdanken haben, und berücksichtigen diese in sämtlichen Prozessen, vom Anbau der Pflanzen bis hin zur Abfüllung der fertigen Produkte.

Ceres verhilft Heilpflanzen,
ihre ganze Wirkkraft zu entfalten.

Das neue und doch so alte Verfahren, welches Ceres anwendet, beruht auf einem mehrstufigen Prozess, der über zwei Jahre dauert. In vier Phasen werden die stofflichen und unstofflichen Wirkprinzipien einer Heilpflanze entfaltet und vereint.    

Die Standortqualität steht am Anfang
Die meisten unserer Heilpflanzen eignen sich sehr gut für eine Kultivierung durch den Menschen. Es versteht sich von selbst, dass wir ausschliesslich Pflanzen aus Bio- oder Demeter-Anbau verarbeiten. Unsere Frischpflanzen-Lieferanten befinden sich alle – abgesehen von einer Ausnahme im Tessin aus klimatischen Gründen – in der Nähe der Produktionsstätten in Kesswil am Bodensee (Thurgau) und in Nax (Wallis). Einige Pflanzen hingegen sind aufgrund ihrer Standortansprüche nicht zum Anbau geeignet. Diese werden von unseren Wildpflanzensammlern an uns bekannten Standorten geerntet. Die Wildpflanzenstandorte befinden sich hauptsächlich zwischen Bodensee und Bündnerland sowie im Wallis und unterliegen ebensolchen Qualitätsanforderungen wie der Bio-Anbau. Vor dem Sammeln der Wildpflanzen holen wir die Bewilligung der Landbesitzer ein und wir ernten nur soviel, dass die natürliche Vermehrung am betreffenden Standort nicht beeinträchtigt wird.      

Der passende Zeitpunkt für die Ernte 
Die Wahl des Erntezeitpunkts ist entscheidend für die Qualität und Wirksamkeit einer Heilpflanze. Oft sind die Wirkprinzipien nur während weniger Tage ihres Lebenszyklus voll ausgebildet, was eine hohe Verfügbarkeit und Bereitschaft von den Mitarbeitenden erfordert. Für die Bestimmung des optimalen Erntezeitpunktes greifen wir auf unsere langjährigen Erfahrungswerte zurück. Die Erntearbeiten erfolgen ausschliesslich von Hand. Manchmal ist eine gewisse Hektik unvermeidbar, wenn zum Beispiel noch vor einem nahenden Gewitter geerntet werden muss. Oft blühen nicht alle Pflanzen an einem Standort zu gleicher Zeit. Dann ernten wir jeweils nur die Pflanzen, die im Zustand der vollen Entfaltung ihrer Wirkprinzipien sind, die anderen ernten wir dann, wenn ihr Zeitpunkt gekommen ist. Es gilt stets, alle Einflüsse auf die Pflanzenqualität wie Entwicklungsstadium, Witterung und Mondphasen gegeneinander abzuwägen um ein optimales Resultat zu erhalten.

Die Natur bestimmt die zeitlichen Abfolgen, den Rhythmus 
Alle bei der Herstellung abfolgenden Prozesse sind an Zeitspannen gebunden. Ceres respektiert den natürlichen Rhythmus in allen Phasen des Werdens. Natürliche Umwandlungsprozesse werden gefördert, aber nicht beschleunigt. Nach der zwei- bis dreijährigen Reifung im Tinkturenlager kommen die Arzneimittel in den Handel. Was Menschen helfen soll, Harmonie zu finden und Gesundheit zu stärken, benötigt selber einen harmonischen und gesunden Werdegang. 

Die Wirkkräfte der Heilpflanzen sorgsam aufschliessen
Nach der Ernte werden die Pflanzen von Hand geschnitten. Dadurch schonen wir jene Wirkprinzipien, die durch eine maschinelle Zerkleinerung in Mitleidenschaft gezogen würden.

Dank der Handarbeit haben wir die Möglichkeit, die Heilpflanzen zu berühren und ihre Lebendigkeit zu spüren, uns an ihrem Duft zu erfreuen und ihre Schönheit zu bewundern.     

Die Ceres-Mörsermühle
Nach der sorgfältigen Zerkleinerung der Heilpflanzen, werden diese in der Ceres-Mühle unter Beimengung von Alkohol und Wasser weiterverarbeitet. Bei diesem Mahlprozess handelt es sich um eine neue Art des Mörserns. In der Tradition der Herstellung homöopathischer Arzneimittel ist bekannt, dass durch Mörsern das Potential von Heilpflanzen weitgehend aufgeschlossen werden kann. Das Mörsern setzt zusätzlich zu chemischen Wirkstoffen auch feinstoffliche Wirkprinzipien frei. Beim Verreiben im klassischen Handmörser besteht jedoch oft der Nachteil des Verlusts von Wirk- und Aromastoffen durch Oxidation und Verflüchtigung. Deshalb verwenden wir bei Ceres eine eigens dafür entwickelte Mörsermühle, die eine Verarbeitung unter Luftabschluss in einem geschlossenen System erlaubt. Dieser Verarbeitungsschritt in der Ceres Mörsermühle dauert je nach Konsistenz der Pflanze zwischen 15 und 45 Minuten. Anschliessend wird das Mahlgut in Steinzeugtöpfe gefüllt und über eine Zeitdauer von bis zu mehreren Wochen täglich von Hand gerührt. 

Die Reifung über eine Zeitdauer von 2 – 3 Jahren
Nach Abschluss der Phase des Rührens werden die flüssigen von den festen Bestandteilen des Mahlguts getrennt. Die resultierende Flüssigkeit wird nach einer schonenden Filtration in Glasflaschen umgefüllt. Jetzt sprechen wir von der jungen Urtinktur einer Heilpflanze. Im dunklen, kühlen Reifungskeller hat nun jede Urtinktur mindestens zwei Jahre Zeit, um ihr Aroma voll zu entfalten und abzurunden. Dieser Prozess ist mit der Reifung eines guten Weines vergleichbar.

In Fläschchen abfüllen und weitergeben
Auf die Reifungszeit folgt das Filtrieren und Abfüllen der Urtinkturen in 20 ml Tropffläschchen. In den Handel gelangen vorwiegend reine Urtinkturen, aber auch Komplexmittel, bestehend aus einer Mischung verschiedener Präparate. Ceres verarbeitet ausserdem eine kleine Auswahl von Urtinkturen zu Dilutionen (homöopathische Potenzen). Die Ceres Heilmittel werden von Apothekern, Drogisten und von anderen Fachleuten empfohlen und von Ärzten verschrieben.


Ceres Heilmittel sind Pflanzenwirkstoffe und Wesensimpulse für Körper und Seele
Roger und Hildegard Kalbermatten, die Gründer von Ceres, gehören zu den Pionieren eines modernen Verständnisses ganzheitlicher Arzneimittel aus Pflanzen. Dr. Roger Kalbermatten hat durch seine Forschung eine zeitgemässe Sichtweise von Wirkweise und Wesen der Heilpflanzen erschlossen und diese Erkenntnisse konsequent für die Herstellung von Arzneimitteln genutzt. Dabei geht es um ein neues und doch so altes Ziel, nämlich um die Vereinigung von stofflichen und unstofflichen Wirkprinzipien in einer Arznei. In Ceres Heilmitteln sind die Ansätze von Phytotherapie und Homöopathie zu einem ganzheitlich wirkenden Arzneimittel vereinigt.

Dieses Ziel wird durch 4 Stufen erreicht: 

  1. durch das Fördern der Heilpflanze im standortgerechten biologischen Anbau
  2. durch das Bewahren der Wirkprinzipien beim manuellen Schneiden der Pflanzen
  3. durch das Vermahlen und Mischen der Pflanzen in der Ceres-Mühle
  4. durch die Reifezeit im Tinkturenlager


Ceres Urtinkturen, Komplexmittel und Dilutionen sind wieder – wie zu Zeiten Hahnemanns, des Begründers der Homöopathie – sehr tief zu dosieren. Die durchschnittliche Tagesdosis beträgt 3 mal 3 Tropfen.