
Allium ursinum
Expansionskraft, Dynamik, Macht, Einfachheit
Der Bärlauch breitet sich im Frühling mit seinem intensiven Geruch machtvoll in den Wäldern aus. Dort tritt er flächendeckend und in großen Gruppen auf. Im Frühjahr treibt er aus einer Zwiebel seine 2 bis 3 elliptisch-lanzettlichen Laubblätter aus. Diese werden bis zu 20 cm lang. Die Blätter riechen stark und intensiv nach Knoblauch, so kann man einen Bärlauch-Bestand im Wald bereits aus der Ferne riechen. Bei seinen Blättern zeigt uns der Bärlauch etwas Besonderes: Das, was wir als Blattoberseite sehen, ist in Wahrheit die Blattunterseite und umgekehrt. Die Blätter des Bärlauches sind also gewendet! Ende April bis Mai schiebt sich dann ein unbeblätterter Stängel aus der Zwiebel, an dessen Spitze die weissen, sternförmigen Blüten erscheinen. Nach der Blühphase sterben die oberirdischen Teile der Pflanze rasch ab und treiben erst im nächsten Frühjahr aus der Zwiebel wieder aus.
Die breiten, einfachen Blätter stehen in Kontrast zur hoch differenzierten Struktur vieler anderer Pflanzen — ein Zeichen für die Unterordnung des strukturierenden Denkens unter die Lebenskraft. Die weissen Blüten in kugeligen Dolden verbreiten eine kraftvolle, undifferenzierte Expansionsenergie.
Expansionskraft, Dynamik, Macht, Einfachheit
Sulfur: Willenskraft
Der Bärlauch ist ein äußerst machtvoller, durchdringender Frühlingsbote. Er besitzt eine ungeteilte Expansionskraft. Der Bärlauch löst sklerotische Tendenzen, versorgt die Blutzirkulation mit neuer Energie und überwindet die durch Winter und Kälte symbolisierten Stauungs- und Verhärtungstendenzen in Körper und Seele.
Bärlauch, Waldknoblauch
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«Bärlauch besitzt eine grosse Ausbreitungskraft und kommt immer in grossen Massen vor. Wo er sich niederlässt, haben andere Pflanzen Mühe, sich durchzusetzen. Ein weiteres Merkmal ist der scharfe, knoblauchähnliche Geschmack, der durch die Anwesenheit von schwefelhaltigen Verbindungen zustande kommt.»
«Das auffälligste Merkmal besteht aber in der Umkehr der Ober- und Unterseite der Blätter. Diese Umkehr kommt folgendermassen zustande: Der Bärlauch besitzt eine Zwiebel in deren Mitte die Blüte mit ihrem Stiel entspringt. Die Blätter entspringen, wie bei allen Pflanzen üblich, jeweils seitlich der Pflanzenachse. Ein Blatt entspringt also zunächst auf der einen Seite der Zwiebel, doch noch bevor es vollständig ausgewachsen ist, wendet es sich um. Dies kann auf zwei verschiedene Arten geschehen; entweder wölbt sich das ganze Blatt über die Mitte hinweg und bildet einen Bogen über die Zwiebel und scheint daher auf der dem Ursprung gegenüberliegenden Seite zu entspringen oder es dreht den Blattstiel um 180°.»
«In beiden Fällen kehrt so das Blatt seine Unterseite nach oben, ans Licht. Das ist einzigartig unter den Pflanzen. Bei allen anderen Pflanzen ist die Blattseite, die man sieht, die Oberseite. Nur beim Bärlauch sieht man von oben die Unterseite.»
«Die Bedeutung dieser markanten Signatur ist die Umkehr der Polarität zwischen oben und unten und das führt uns letztlich zu seiner Eigenschaft, Verhärtungen aufzubrechen und das Leben wieder in den Fluss zu bringen»
Bärlauch wächst wild in feuchten Laubwäldern Europas und Nordasiens. In der Schweiz findet man ihn bevorzugt in Auwäldern und an schattigen Bachrändern.
In der Schweiz wird die Pflanze aus Wildsammlung gewonnen.
Der Bärlauch ist eine der ältesten genutzten Heilpflanzen Mitteleuropas. Archäologische Funde belegen seinen Gebrauch seit der Jungsteinzeit. Der Name leitet sich von der Beobachtung ab, dass Bären nach dem Winterschlaf grosse Mengen davon frassen — und damit kraft- und gesundheitsstärkende Wirkungen zeigten. In der germanischen Volksmedizin galt er als «Kraft des Frühlings».
Traditionell wurde Bärlauch als ausleitendes und blutreinigendes Mittel eingesetzt, besonders als Frühjahrskur zur Unterstützung von Leber, Galle und Darm. Er galt als fördernd für die Darmflora, senkend für Blutdruck und Blutfette, und wurde bei Arteriosklerose und zur allgemeinen Kreislaufunterstützung empfohlen. Äusserlich fand er Verwendung bei Hautentzündungen und Ekzemen.
In der Ceres-Tradition steht der Bärlauch für die spriessende, reinigende Frühjahrskraft. Die explosionsartige Energie, mit der er nach dem Winter aus dem Boden bricht — leuchtend grün, intensiv duftend, in grossen Mengen — verkörpert das Wesen des Frühlings: Ausleitung des Alten, Einzug des Neuen.
Frisch geerntet, von Hand verlesen, bei Raumtemperatur vermörsert und über Jahre gereift. Keine Erhitzung, kein Druck — die volle Lebenskraft der Pflanze, bewahrt.
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