
Daucus carota
Zentrierung, Konzentration, Sammlung zerstreuter Kräfte, Klarheit in der Mitte
Die Wilde Möhre wächst auf Magerwiesen, Wegrändern und trockenen Hängen — überall dort, wo der Boden karg und nährstoffarm ist. Im ersten Jahr bildet sie nur eine bodennahe Blattrosette mit zart gefiederten Blättern und eine schlanke, blasse Wurzel. Im zweiten Jahr schiesst der borstige Stängel bis zu 120 cm in die Höhe. Die Blütendolde ist das eigentliche Wunder dieser Pflanze: Hunderte kleiner weisser Einzelblüten ordnen sich in einer präzisen, auf einen Mittelpunkt gerichteten Form an. In der Mitte der Blütendolde sitzt fast immer eine einzelne dunkelviolette bis schwarze Blüte — die sogenannte Lockblüte. Nach der Blüte neigen sich alle Doldenstrahlen nach innen und formen ein geschlossenes Nest. Diese Bewegung von aussen nach innen, von der Peripherie zur Mitte, ist die stärkste Signatur dieser Pflanze.
Zentrierung, Konzentration, Sammlung zerstreuter Kräfte, Klarheit in der Mitte
Zurück in die Mitte
«Daucus zentriert. Daucus sammelt zerstreute Kräfte und bringt uns in die Mitte. Ihr Wesen wird einem bewusst, wenn man die Blütenstände betrachtet. Eine derart ausgeprägte, auf den Mittelpunkt gerichtete Signatur ist einzigartig unter den Pflanzen der mitteleuropäischen Flora.» (Dr. Roger Kalbermatten, Ceres Heilmittel AG). Wenn die Aufmerksamkeit in alle Richtungen zerstreut ist, wenn Einflüsse von aussen die innere Mitte schwächen, wenn Konzentration fehlt und der Kopf leer wirkt — dann zeigt die Wilde Möhre ihre Qualität. Sie unterstützt die Sammlung der Bewusstseinskräfte und die Rückkehr zur eigenen Mitte.
Wilde Möhre, Vogelnestchen
Die Spiralbewegung der Blütendolde von aussen nach innen ist die deutlichste Zentrumssignatur der mitteleuropäischen Pflanzenwelt. Die einzelne dunkle Lockblüte im Zentrum — ein Punkt, der die Aufmerksamkeit unweigerlich anzieht — symbolisiert die Kraft des Mittelpunkts. Die zweijährige Entwicklung (Jahr 1: Sammeln und Verwurzeln; Jahr 2: Aufsteigen und Blühen) entspricht dem Weg von der Zerstreuung zur konzentrierten Entfaltung.
Die Wilde Möhre ist in Europa, Nordafrika und Westasien heimisch und kommt auf Magerwiesen, Wegrändern, Böschungen und trockenen Hängen vor. Sie bevorzugt kalkhaltige, gut durchlässige Böden und sonnige Lagen.
Ceres verwendet frische Wilde Möhre aus Wildsammlung aus der Schweiz. Geerntet wird das blühende Kraut im Sommer. Die Pflanzen müssen bereits die ersten typischen "Vogelnester" ausgebildet haben aber auch noch üppig blühen.
Die Wilde Möhre ist die Stammform aller Kulturmöhren und in der Volksmedizin vieler Kulturen seit der Antike bekannt. Dioskurides und Galen beschrieben ihre harntreibenden und verdauungsfördernden Eigenschaften. In der europäischen Volksmedizin galt das Kraut besonders als reinigendes und nährendes Mittel.
Traditionell wurde Wilde Möhre bei Harnwegsbeschwerden, Nierenschwäche und als diuretisches Mittel eingesetzt. In der Volksmedizin fand sie Verwendung bei Verdauungsbeschwerden, Blähungen und Magen-Darm-Reizungen. Möhrenmus aus gekochten Früchten war ein klassisches Mittel bei Durchfall, besonders bei Kindern. Äusserlich fanden geriebene Möhren Verwendung bei Hauterkrankungen und Verbrennungen.
In der Ceres-Signaturlehre ist die Wilde Möhre die Pflanze der Zentrierung schlechthin. Roger Kalbermatten schrieb: «Daucus zentriert. Daucus sammelt zerstreute Kräfte und bringt uns in die Mitte. Ihr Wesen wird einem bewusst, wenn man die Blütenstände betrachtet. Eine derart ausgeprägte, auf den Mittelpunkt gerichtete Signatur ist einzigartig unter den Pflanzen der mitteleuropäischen Flora.»
Kalbermatten R. & H., Pflanzliche Urtinkturen – Wesen und Anwendung
AT Verlag
Kalbermatten R., Wesen und Signatur der Heilpflanzen
AT Verlag
Wichtl M., Teedrogen und Phytopharmaka
Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft
Frisch geerntet, von Hand verlesen, bei Raumtemperatur vermörsert und über Jahre gereift. Keine Erhitzung, kein Druck — die volle Lebenskraft der Pflanze, bewahrt.
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