
Fraxinus excelsior
Spannkraft, Ausdauer, Duldsamkeit, Tragfähigkeit, Zielgerichtetheit
Fraxinus excelsior L., die Gewöhnliche Esche, ist ein bis 40 m hoch werdender sommergrüner Baum aus der Familie der Ölbaumgewächse (Oleaceae) und gehört zu den grössten einheimischen Laubbaumarten. Sie kann 200 bis 300 Jahre alt werden, findet sich gerne an feuchten Standorten und verträgt lange Überflutungen am Uferbereich. Sie ist ein intensiver Tiefwurzler. Ihr Holz vereint Elastizität, Biegsamkeit, Festigkeit, Splitterfreiheit und Dauerhaftigkeit.
Die grünlich-graue Rinde ist anfangs glatt, später hellbeige und längsrissig. An ihren Zweigen zeigt die Esche die typischen schwarzbraunen Winterknospen. Aus diesen entfalten sich im Frühjahr zunächst die Blüten, in warmen Jahren bereits im März. Erst ab April bis in den Mai entfalten sich die gegenständigen, 20 bis 35 cm langen, unpaarig gefiederten Blätter mit bis zu 15 lanzettlichen, scharf gesägten Fiederblättchen. Die reifen Früchte werden mit dem Wind verbreitet. Junge Eschen sind schattentolerant, ältere reagieren empfindlich auf Beschattung. Das durch einen Pilz ausgelöste Eschensterben stellt heute eine grosse Bedrohung dar.
Spannkraft, Ausdauer, Duldsamkeit, Tragfähigkeit, Zielgerichtetheit
Der Menschentyp, den die Esche repräsentiert, ist mit einem zähen Durchhaltevermögen ausgerüstet. Hat er ein Ziel vor Augen, kann er eine fast grenzenlose Ausdauer und Geduld einsetzen, um dieses zu erreichen. Auch von Rückschlägen und Misserfolgen lässt er sich nicht beirren; misslingt ihm etwas, sieht er darin den Auftrag zu einer Optimierung, zu einem Neubeginn und nimmt seine Arbeit mit grossem Elan sofort wieder auf.
Dazu kann er sich abschotten und isolieren, bis das Ziel erreicht ist. Dies wird durch die schwarzen Knospen der Esche dargestellt. Mit ihrer dunklen Hülle schirmt sie das Innere vom Licht ab, um es zu bewahren, bis der Moment kommt, es ans Licht zu bringen.
Beim Bogenschiessen verschmelzen Bogen, Pfeil (beides aus Eschenholz) und gespannte Sehne zu einer Einheit. Dieses Bild passt genau auf den beschriebenen Menschen, der alles zurücksetzt und sich anspannt zugunsten des anvisierten Ziels. Die Esche hat ein hohes Tragvermögen; sie stellt sich dabei aber nicht in den Mittelpunkt, sondern bleibt bescheiden. Sie ist der Prototyp des nicht auf schnellen Erfolg bedachten Wesens, dem das Ziel am wichtigsten ist.
Das Gegenteil dieses Verhaltens ist bei Menschen zu finden, die zu wenig Spannkraft, zu wenig Zielgerichtetheit aufbringen, um erfolgreich zu sein. Sie suchen die Schuld dafür bei äusseren Umständen oder bei anderen Menschen, grämen und ärgern sich darüber und lehnen sich dagegen auf. Es braucht nicht besonders betont zu werden, dass dieses Verhalten auf lange Sicht gesundheitliche Nachteile mit sich bringt.
Ärger, Gram und der Kampf gegen vermeintliche Widerstände führen zu Fehlfunktionen im Körper. Chronische Entzündungsprozesse, rheumatische Beschwerden oder Polyarthritis können entstehen. Die Esche führt durch die ihrem Wesen eigene Spannkraft, Tragfähigkeit und Beugsamkeit dem geschilderten Menschentyp die erforderlichen Seelenkräfte zu.
Esche, Gemeine Esche
Die Esche führt durch ihr Wesen der Duldsamkeit und Beugsamkeit dem geschilderten Menschentypen die erforderlichen Seelenkräfte zu. Die Esche ist ein verbreiteter und häufiger Baum aus der Familie der Ölbaumgewächse (dazu gehören auch der Olivenbaum, Flieder, Jasmin, Forsythie und Liguster). Das Holz der Esche ist ebenso hart wie das der Eiche, doch im Gegensatz zu diesem von höchster Elastizität. Es eignet sich daher besonders gut für Stiele von stark beanspruchten Werkzeugen und für Pfeilbogen.
Früher wurden auch Flugzeugpropeller und Skier daraus gefertigt. Jugendliche auf dem Land machen sich manchmal einen Spass daraus, auf junge Eschen zu klettern, um sich dann, an der Baumspitze hängend, langsam auf den Boden sinken zu lassen, was das ganze Bäumchen zu einem Riesenbogen spannt. Welch grausames Spiel mit einem Baum – doch kein anderer Baum als die Esche würde das ertragen. Schwarze Eschenknospen; nicht auf Glanz bedacht.
Die Knospe ist der vitalste Teil einer Pflanze. Darin ist der ganze Trieb oder die ganze Blüte in Miniaturform enthalten und drängt zur Entfaltung. Eine Knospe birgt potenzielle Pflanzenenergie in höchstem Grad.
Die Farbe, die diese Vitalität zum Ausdruck bringt, ist natürlich Grün, wie die der Blätter der meisten Pflanzen. Manchmal können Knospen auch rot sein und damit eine innewohnende Wärmekraft zum Ausdruck bringen. Würde es uns die Esche nicht zeigen, wären schwarze Knospen schwer vorstellbar. Die Esche hat also tatsächlich schwarze, samtartige Knospen und unterscheidet sich damit markant von anderen Pflanzen.
Schwarz ist keine Farbe, sondern deren Abwesenheit, schwarze Flächen reflektieren kein Licht, Schwarz schluckt das lebensspendende Licht und ist darum in der belebten Natur sehr selten. Wir erkennen also einen enormen Gegensatz zwischen der Vitalität im Innern der Knospe und ihrer äusseren Farbe. Dieser Gegensatz erstaunt um so mehr, als die Esche zu den vitalsten und wuchskräftigsten Bäumen zählt. Könnte das Eschenwesen durch diesen Gegensatz zum Ausdruck bringen, dass seine ganze Lebenskraft in den Dienst von anderen gestellt wird und nicht zur Vermehrung des eigenen Glanzes dient?
Die Eschenblätter sind 9- bis 13-teilig gefiedert mit lanzettlichen, fein gezähnten Teilblättern. Die Anordnung der einzelnen Blätter folgt selbst in der mächtigsten Eschenkrone einem Plan, so dass immer noch direktes Sonnenlicht bis zum Boden dringen kann. Betrachtet man von unten her eine Baumkrone, ist die gleichmässige Beblätterung mit zahllosen Blätterspiralen deutlich zu erkennen.
Blickt man – an einem sonnigen, nicht ganz windstillen Tag – wieder zu Boden, können wir uns an einem Spiel von tanzenden Lichtern im Schatten erfreuen. Das heisst, andere Lebewesen, die sich im Einflussbereich der mächtigen, schützenden Esche aufhalten, stehen nicht im Schatten, sie haben Zugang zum Licht, können sich ihrem Wesen gemäss entfalten. Fallen die Blätter im Herbst, hinterlassen sie an den Zweigen auffallende Narben. Zweige von älteren Bäumen sind übersät mit solchen Blattnarben.
Beim Verrottungsprozess der Eschenblätter gibt es ein bemerkenswertes, aber leider sehr seltenes und auch vielen Fachleuten unbekanntes Phänomen. Offensichtlich unter besonderen Temperatur- und Feuchtigkeitsbedingungen können verrottende Eschenblätter im Februar oder März einen wundervollen, blütenartigen Duft entwickeln. Ich habe einmal erlebt, wie ein ganzer Wald in dieser winterlichen Jahreszeit von Wohlgeruch erfüllt war. In der Auflösung der Lebenskräfte kann es geschehen, dass aus dem Eschenblatt etwas aufsteigt, was auf die Lebendigkeit des kommenden Sommers hindeutet.
Die Gemeine Esche ist in ganz Europa heimisch und wächst in Wäldern, Auen, auf frischen bis feuchten, nährstoffreichen Böden. Sie ist einer der häufigsten Laubbäume der Schweiz.
Ceres verwendet frische Eschenblätter aus Wildsammlung in der Schweiz. Die jungen Blätter werden im Sommer geerntet , wenn diese das optimale Aroma entwickelt haben.
Seit dem Altertum wird die Esche in der Literatur beschrieben und ist fest verankert in Mythologien und Sagen. So steht die Esche in der nordischen Mythologie als alles umfassender Weltbaum in hohem Ansehen. Durch das schnell nachwachsende harte Holz und einer Rinde, welche zum gerben und färben verwendet werden kann, gilt die Esche seit Jahrtausenden als sehr wertvolle Pflanze. Auch die medizinische Verwendung ist bereits seit Hippokrates bekannt. Medizinisch verwendet wurde der Saft, die Blätter, die Wurzeln, die Samen und die Rinde. Nebst der Anwendung als Antidot bei Schlangenbissen waren auch schon damals die bis heute in der Komplementärmedizin etablierte Anwendung der Esche als diuretisches und antirheumatisches Mittel bekannt.
1. Committee on Herbal Medicinal Products (HMPC). Assessment report on Fraxinus excelsior L. or Fraxinus angustifolia Vahl, folium. EMA/ HMPC/239269/2011 (2012).
2. Madaus, G. MADAUS LEHRBUCH DER BIOLOGISCHEN HEILMITTEL BAND 1-11. (mediamed Verlag, Ravensburg, 1990).
3. BGA/BfArM (Kommission D). Fraxinus excelsior. Bundesanzeiger 109 a, (1987).
4. Kalbermatten, R. & Kalbermatten, H. Pflanzliche Urtinkturen. (AT Verlag, Aarau, Schweiz, 2018).
5. Kalbermatten, R. Wesen und Signatur der Heilpflanzen. (AT Verlag, Aarau, Schweiz, 2016).
R. & H. Kalbermatten — «Psyche des Menschen und Signatur der Heilpflanzen»
Frisch geerntet, von Hand verlesen, bei Raumtemperatur vermörsert und über Jahre gereift. Keine Erhitzung, kein Druck — die volle Lebenskraft der Pflanze, bewahrt.
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