
Verdauung ist mehr als Stoffwechsel — sie ist die tägliche Arbeit der Verwandlung: Was wir aufnehmen, wird zu uns. Heilpflanzen für die Verdauung begleiten diesen Prozess von der ersten Bitterkeit auf der Zunge bis zur ruhigen Mitte im Bauch.
Verdauung beginnt nicht im Magen. Sie beginnt im Mund, ja sogar davor — beim Anblick und Duft der Speise. Speichel fliesst, der Magen bereitet sich, die Galle wird angeregt. Ein fein orchestrierter Vorgang, an dem unzählige Organe beteiligt sind und der täglich aufs Neue gelingen will.
Die alte Pflanzenheilkunde wusste: Das Bittere öffnet. Es weckt die Verdauungssäfte, regt die Leber an, ordnet den Stoffwechsel. In einer Zeit, in der süsse Aromen die Tafel beherrschen, sind Bitterpflanzen fast vergessen worden — und doch sind sie es, die unserem Verdauungssystem die Sprache zurückgeben.
Was bitter im Mund, ist dem Magen gesund.
— altes Sprichwort
Im Ceres-Verständnis ist Verdauung ein Bild für eine viel grössere Tätigkeit: das Verarbeiten dessen, was uns begegnet — körperlich, seelisch, geistig. Wer gut verdauen kann, kann auch gut leben.