
Hypericum perforatum
Lichtassimilation, Nervenkraft, Stabilität
Hypericum perforatum L., das Johanniskraut, ist eine sommergrüne, in ganz Europa verbreitete Staude eher trockener und sonniger Standorte. Es gehört zur Familie der Johanniskrautgewächse (Hypericaceae), wird bis 80 cm hoch und wächst aus seiner spindelförmigen Wurzel aufrecht nach oben. Der harte, verholzende Stängel ist durchgehend zweikantig — gut spürbar, wenn man mit den Fingern an ihm entlangleitet. Im oberen Teil verzweigt er sich, die Seitentriebe wachsen schräg aufwärts und bilden mit dem Stängel ein auf der Spitze stehendes Dreieck.
Die gegenständigen, oval-eiförmigen bis länglich-linealischen Blätter sind dicht mit hellen, durchsichtigen Öldrüsen besetzt — dies hat der Art den Beinamen «perforatum» eingebracht. Im Juni, meist um Johanni herum, blüht die Pflanze mit gelben, fünfzähligen Blüten in Trugdolden. Die Kronblätter zeigen dunkle Drüsenflecken; jedes hat eine flache und eine gewölbte Seite, wodurch die Blüte die Form eines Windrades erhält. Um das Zentrum stehen viele Staubblätter in mehreren Bündeln, die wie Strahlen nach aussen greifen und der Blüte ein sonnenhaftes Aussehen geben. Beim Zerreiben der Blüte hinterlässt das enthaltene Hypericin eine blutrote Färbung.
Lichtassimilation, Nervenkraft, Stabilität
Johanniskraut hat von allen Heilpflanzen die stärkste Beziehung zum Licht. Die zur Zeit der Sommersonnenwende blühende Pflanze fördert die Aufnahme und Speicherung von Licht und dessen Umwandlung in Nervenkraft. Licht ist eine essenzielle Energiequelle für die Nerven, die Schnittstelle zwischen Körper und Seele.
Wer zu wenig aus dieser Quelle schöpfen kann, da – konstitutions- oder situationsbedingt – die Lichtaufnahmefähigkeit geschwächt ist oder das Lichtangebot durch anhaltend trübe Witterung oder langen Aufenthalt in künstlich beleuchteten Räumen vermindert ist, wird trübsinnig und depressiv. Dann wirkt Johanniskraut aufhellend. Johanniskraut ist auch bei Verletzungen von Körper und Seele angezeigt.
Depressionen als Folge erlittener physischer und psychischer Verletzungen und Kränkungen oder Schnitt- und Stichwunden mit Nervenverletzungen werden sehr erfolgreich behandelt. Das Nervensystem wird stabilisiert. Dosierung beachten!
Johanniskraut
Johanniskraut ist eine Pflanze des Mittsommers, sie blüht um den Johannistag (24. Juni). Sie gehört zur Familie der Hartheugewächse und wächst an Wegrändern, in Kahlschlägen, auf Brachwiesen sowie in Kiesgruben. Ihre auffallenden Merkmale sind die Stabilität des Stengels, die Lichthaftigkeit der Blüten, die «perforierten» ovalen Blätter und der in ihr enthaltene rote Farbstoff.
Johanniskrautblüten erscheinen wie links- und rechtsdrehende Windräder. Der Familienname Hartheugewächs sagt schon viel aus. Noch im Schnee des Winters stehen die starren, dürren Stengel des Johanniskrauts am Wegrand und wecken wehmütige Erinnerungen an vergangene Sommertage. Der Stengel ist fest und zweikantig (eine Seltenheit im Pflanzenreich) und strebt aufrecht mit einer leichten Spiralwindung und einem leichten Aufwärtsbogen (wie bei einer Wirbelsäule) zum Licht.
Die zahlreichen kreuzweise gegenständig angeordneten, mehr oder weniger geradlinigen Seitentriebe sind schräg nach oben gerichtet, so dass jeweils zwei Seitentriebe ein auf die Spitze gestelltes, nach oben offenes gleichseitiges Dreieck bilden. Wie bei einer Figur, deren Arme empfangend schräg nach oben ausgestreckt sind. Lassen wir dieses Gerüst aus Stengel und Seitentrieben auf unser Gemüt wirken, so haben wir ein Bild von Stabilität und Gleichgewicht. Eine Waage, die sich im Gleichgewicht befindet.
Dies gerade deshalb, weil wir im Gerüst eine hohe Ordnung, aber keine vollkommene Geradlinigkeit und Symmetrie finden. Alles ist leicht verdreht und gebogen und bringt so das Stabilitätsprinzip der Natur zum Ausdruck. Warum? In der Natur herrscht ein weiser Plan, und alles ist nach einer bestimmten Ordnung gefügt.
Wir finden in der belebten Natur Symmetrien, Zahlengesetzmässigkeiten, Kreisläufe, harmonikale Muster, Rhythmen, doch sie sind niemals mathematisch perfekt. Die mathematische Perfektion gehört in die Sphäre des Mineralischen, der Kristalle. Im Reich des Lebendigen bedeutet die absolute Ordnung Starre und Tod. Man weiss zum Beispiel, dass Patienten kurz vor einem Herzinfarkt einen Herzrhythmus haben, dessen Phasen absolut zeitgleich sind.
Ein starres System kann nicht mehr reguliert werden und kippt bei der geringsten Störung. Die goldgelben Blütenblätter des Johanniskrauts sind radiär symmetrisch, in einer Ebene ausgebreitet wie kleine Sonnenscheiben. Beim Anblick von oben fällt auf, wie sie von innen nach aussen verdreht sind.
Die Johanniskrautblüten haben einen deutlichen Drehsinn und erinnern an kleine Windräder. In welche Richtung läuft die Drehung? Wir finden etwa in gleicher Zahl rechts- und linksdrehende Blüten – und dies ist eine Ausnahme im Pflanzenreich. Es gibt zwar andere Blüten, die ebenfalls einen Drehsinn haben, doch dieser läuft immer nur in dieselbe Richtung.
Oleanderblüten zum Beispiel sind immer rechtsdrehend und Immergrünblüten immer linksdrehend. Besteht ein Gleichmass zwischen rechts und links, deutet dies auf ein «In-der-Mitte-Stehen» hin. Zur Johanniszeit findet der Wechsel vom aufbauenden Teil des Jahres (durch Rechtsdrehung symbolisiert) zum abbauenden Teil des Jahres (durch Linksdrehung symbolisiert) statt. Das Johanniskraut blüht nicht zufällig in der Mitte des Jahres (auch andere Pflanzen blühen zu dieser Zeit), sondern weil dies zu seinem innersten Wesen gehört.
Dann, wenn die Tage am längsten, die Lichtkräfte am intensivsten sind, entfaltet Hypericum seine sonnenhaften Blüten und scheint deren Lichtenergie wie mit Rädern (vergleiche Chakras) aufzunehmen. Die Überfülle an Lichtkräften kommt eindrücklich in den sehr zahlreichen Staubfäden und Staubbeuteln zum Ausdruck, die strahlenartig, wie Funken versprühend, von der Blütenscheibe ausgehen. Die punktiert durchscheinenden Blätter sind namensgebend. Die harmonisch geformten ovalen und ungestielten Blätter erscheinen wie punktiert durchlöchert (daher der Namenszusatz perforatum).
In Wirklichkeit sind dies die durchscheinenden Zellen von Exkretbehältern. Hier besteht ein direkter Bezug zwischen der Signatur und der spezifischen Wirkung des Johanniskrauts bei Stichverletzungen. Dies hat auch eine seelische Dimension, da Johanniskraut auch bei seelischen Verletzungen eingesetzt werden kann. Beim Zerdrücken der Blüten oder Knospen zwischen den Fingern tritt ein blutroter Farbstoff aus.
Es handelt sich um die Substanzgruppe der Hypericine. Auch die Hypericum-Urtinktur oder das Johannisöl sind tiefrot. Rot ist die Farbe der Aktivität und der Willenskraft. Durch diesen reichlich enthaltenen Farbstoff bringt das Johanniskraut zum Ausdruck, dass die assimilierten Lichtkräfte zu Willenskraft transformiert werden können.
Johanniskraut ist in Europa, Westasien und Nordafrika heimisch und wächst auf Magerwiesen, Wegrändern, Waldlichtungen und Kahlschlägen. Es bevorzugt trockene, sonnige Standorte auf kalkigen bis leicht sauren Böden.
Ceres erntet Johanniskraut im Juni — dann sind etwa zwei Drittel Knospen und ein Drittel offene Blüten an den Pflanzen vorhanden. Dieser Erntezeitpunkt ist entscheidend für den Hypericin- und Hyperforin-Gehalt. Die Ernte erfolgt ausschliesslich von Hand, morgens, aus Bio- oder Demeter-Anbau in der Schweiz.
Das Johanniskraut, Hypericum perforatum L., zählt seit dem Altertum über das Mittelalter und bis heute zu den bekanntesten Heilpflanzen überhaupt. Aus den zahlreichen naturheilkundlichen Anwendungsgebieten, haben sich heute mehrheitlich diejenigen aus dem Bereich der Nerven, der Psyche, der Verdauung und Wundheilung durchgesetzt. Geistige Erschöpfungszustände, Verdauungsbeschwerden, Verletzungen des peripheren und zentralen Nervensystems und Verstimmungszustände gehören zu den heutigen Anwendungsgebieten. Diese basieren auf dem homöopathischen Arzneimittelbild und oder langjähriger traditioneller pflanzenheilkundlicher Anwendung. Des Weiteren wird Johanniskraut zur Wundheilung bei Entzündungen und Verbrennungen der Haut eingesetzt. Für die äusserliche Anwendung sind ölige Zubereitungen aus Johanniskraut üblich (Rotöl). Johanniskraut zählt heute zu den am besten untersuchten Arzneipflanzen mit belegter klinischer Wirksamkeit und guter Verträglichkeit.
1. Hänsel, R. & Steinegger, E. Hänsel / Sticher Pharmakognosie Phytopharmazie. (Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft GmbH, Stuttgart, Deutschland, 2015).
2. Madaus, G. MADAUS LEHRBUCH DER BIOLOGISCHEN HEILMITTEL BAND 1-11. (mediamed Verlag, Ravensburg, 1990).
3. Committee on Herbal Medicinal Products (HMPC). Assessment report on Hypericum perforatum. EMA/HMPC/101303/2008 (2009).
4. BGA/BfArM (Kommission E). Hyperici herba (Johanniskraut). Bundesanzeiger 228, (1984).
5. BGA/BfArM (Kommission D). Hypericum perforatum (Hypericum). Bundesanzeiger 190 a, (1985).
6. Linde, K., Berner, M. M. & Kriston, L. St John’s wort for major depression (Review). Cochrane Database Syst. Rev. (2008). doi:10.1002/14651858. CD000448.pub3
7. Kalbermatten, R. & Kalbermatten, H. Pflanzliche Urtinkturen. (AT Verlag, Aarau, Schweiz, 2018).
8. Kalbermatten, R. Wesen und Signatur der Heilpflanzen. (AT Verlag, Aarau, Schweiz, 2016).
R. & H. Kalbermatten — «Psyche des Menschen und Signatur der Heilpflanzen»
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